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Café Landtmann

 

   Der alternde "Erfolgsautor" und ewige Stammgast René Allermann sitzt im großen Kaffeehaus vis à vis dem Burgtheater. Hier sinniert er über den Tod, seine verpassten Chancen als Mensch und als Künstler und schimpft über die Burg.

   Sein Zufluchtsort ist das Café, das sich in seinen Augen seit fünfzig Jahren nicht verändert hat.    Tatsächlich aber ist das Kaffeehaus im Umbau und wegen Renovierung geschlossen.

Seinen ältesten Stammgast hat es einfach vergessen. Eingesperrt.

Zugesperrt, stellt er am Ende lakonisch fest und kommt – die baulichen Veränderungen im Lokal nicht registrierend – ums Leben..


Alle Rechte  bei Johannes Wierz

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Aufführung durch

Berufs- und Laienbühnen, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung

und Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen und andere Medien,

auch einzelner Abschnitte.

Das Recht der Aufführung oder Sendung ist nur von Johannes Wierz zu erwerben.

Den Bühnen und Vereinen gegenüber als Manuskript gedruckt.








PERSONEN:


RENE ALLERMANN Erfolgsautor







In einem modernen Kaffeehaus.

Die Inneneinrichtung ist »zeitgeistig« (viel Chrom, heller Marmor etc.)

Auf der einen Seite ist eine Wendeltreppe, die in den Keller führt. (darüber Hinweisschilder für die Toilette)

Auf der anderen eine Bar mit Spiegeln, daneben eine große Pendeltür. Die Vorderfront bildet ein großes Fenster, darauf in einer Ecke ein Plakat mit der Aufschrift:


» HEUTE GESCHLOSSEN

NEUERÖFFNUNG

IN WENIGEN TAGEN«







Erste Szene


An einem Tisch (ein alter Kaffeehaustisch) sitzt der »Erfolgsautor«, RENE ALLERMANN, neben sich ein Garderobenständer mit Zeitungen. Tisch, Stuhl und Garderobenständer stehen im krassen Gegensatz zu der sonstigen Einrichtung. RENE ALLERMANN trägt einen abgetragenen Anzug.


RENE ALLERMANN:

Leer geworden ist es

Manchmal denke ich

ich bin allein auf dieser Welt

wohlgemerkt

neuerdings erst

Früher war es auch hier

nicht so leer

Da traf man sich

war dieser Ort Treffpunkt

für jedermann

Mir ist es egal


Er lehnt sich zurück.


mir ist es immer egal gewesen

habe immer allein am Tisch gesessen

An meinem Tisch

wohlgemerkt

an meinem Tisch

Das Schöne

an dieser Lokalität

ist die Tradition

Namentlich wird man begrüßt

man kennt jede Gewohnheit

die unterschiedlichen Geschmäcker

Die Zeitung liegt schon da

Es ist alles geordnet

alles geregelt

Ja

alles hat hier seinen Platz

Sicher die Preise erhöhen sich stetig

aber dafür ist das Personal

dasselbe geblieben

Ein beruhigendes

schönes Gefühl

in dieselben Gesichter

immer und immer wieder

zu blicken

Die Stimmen

auswendig gelernt

Käme jetzt

der »graue Star« über mich

oder eine andere Augenkrankheit

hier

hätte ich keine Probleme

37 Schritte bis zur Herrentoilette

19 bis zum Kuchenbüffet

Mein Tisch

der dritte von links

der rechte Stuhl am Fenster

Auf dem Tisch

die aktuelle Kuchenkarte

je nach Jahreszeit

Der Aschenbecher

zwei kleine Öffnungen für Zigaretten

und eine größere für die Zigarre

nach dem Kaffee

Ich selber

rauche ja nur noch wenig

die wenigsten wissen es

Auch hier

hat es einige Zeit gedauert

bis sie es registriert haben

Die Außenwelt

macht es einem schwer

alte Gewohnheiten abzustreifen

wie einen alten

speckigen Anzug

Käme ich beispielsweise

nicht zu den von mir vorbestimmten Zeiten

in dieses Café

Fragen würden mir gestellt

eine Lawine an Fragen

Sorgen

würde man sich machen

die Ordnung

käme durcheinander

Vor drei Jahren beispielsweise

starb mein Bruder

eine lästige Geschichte

wirklich unangenehm

Da ich

als einziger nächster Verwandte

naturgemäß

die Aufgabe hatte

alles in die Wege zu leiten

kam mein Leben

für eine kurze Zeit

aus dem Takt

eine unangenehme Geschichte

Das hiesige Personal

ein wirklich sehr aufmerksames Personal

las die von mir aufgegebene Todesanzeige

las meinen Nachnamen

und zog ihre Schlüsse daraus

Als ich Tage später

zur gewohnten Zeit

zu der von mir vorbestimmten Zeit

meinen Tisch

aufsuchen wollte

war dieser besetzt

Mein Tisch

den ich von jeher

immer

zu einer ganz bestimmten Zeit aufsuche

war besetzt

Eine peinliche Angelegenheit

für beide Seiten

Man hielt mich für tot

nicht mehr existent

Man muss sich das einmal vorstellen

Es hat naturgemäß

Konsequenzen mit sich gezogen

Ich habe mich

auf eine Art und Weise

dem Personal genähert

man möge mir das nachsehen

Ja

ich will es offen gestehen

an diesem unsäglichen Tage

habe ich dem Personal

meine Verwandtschaftsverhältnisse

erläutern müssen

habe allen Mitarbeitern

dieses ehrwürdigen

traditionsreichen Cafés

meinen Vornamen mitgeteilt

Man kann durchaus sagen

dass mir diese Handlungsweise

abgezwungen wurde

Ein bedeutender Tag

in der Geschichte dieser Lokalität

Ich habe meinen Bruder

ohnehin nie leiden können

Selbst über den Tod hinaus

hat er mir noch Ärger

und Schwierigkeiten bereitet

Bin seitdem auch nicht mehr

an seinem Grab gewesen

Wer über seinen Tod hinaus

noch in der Lage ist

anderen

Unannehmlichkeiten zu bereiten

hat es nicht verdient

dass man ihn besucht


Er nimmt vom Zeitungsständer eine Tageszeitung mit Halter und blättert sie durch.


RENE ALLERMANN:

Unsinn

Wahnsinn

Schwachsinn

Unsinn


Bei den Todesanzeigen hält er inne.


Im Sommer

sterben sie wie die Fliegen

Das Klima der Stadt

ist im Sommer

nicht für jedermann

bekömmlich

Obwohl der Winter

naturgemäß

für den Tod prädestiniert ist

sterben sie hier

im Sommer

Die Leichenbestatter

und die Angehörigen

freuen sich über diese Tatsache

Das Bestattungsgeschäft

ist in dieser Stadt

ein Saisongeschäft

Der Leichenbestatter

kommt leichter in den Boden

Die Angehörigen sind sicher

vor einer Verkühlung

während den Bestattungsfeierlichkeiten

Mein Bruder

ist natürlich im kältesten Winter

den die Stadt

seit Jahrzehnten

zu verzeichnen gehabt hat

gestorben

Allein die Ausschachtung mit Presslufthammer

und Bagger

hat mich ein Vermögen gekostet


Er blättert bis zu den Kleinanzeigen weiter.


RENE ALLERMANN:

»Sinnliche Wachauerin sucht gleichgesinnten Wachauer«

»Langenzersdorfer Schlachter

sucht Gehilfen zwecks Hausschlachtung«

»Viehzüchter aus Klosterneuburg

sucht erfahrenen Besamer

gegen gute Bezahlung«

»In dreißig Tagen Millionär

Das Handbuch

für den erfolgreichen Geschäftsmann

Wegen Geschäftsauflösung

jetzt um fünfzig Prozent billiger«


Ungläubig schüttelt RENE ALLERMANN mit dem Kopf. Er steht auf, hängt die Zeitung an den Haken und schaut aus dem Fenster.


Nach einer Weile


RENE ALLERMANN:

Es gibt wenige Gäste

die meiner Natur entsprechen

gerade im Sommer

Im Sommer

fühlt man sich oft allein

Zu viele Gesichter

fremde Gesichter

die hier

kurz eintauchen

in die Geborgenheit

in die Wiener Gemütlichkeit

flüchtend

vor dem hektischen Strom

der durch die großen Geschäftsstrassen fließt

Das Klicken der Photoapparate

Kreischende Kinder

überfüllte Reisebusse

der Benzingestank

All das

nimmt im Sommer

dermaßen

Ausmaße an

dass mir oft der Gedanke kommt

wieder zu reisen

Ich habe lange

keine Reisen mehr unternommen

Nicht

dass ich es mir nicht leisten könnte

weit gefehlt

Auch ist es nicht die Angst

in einem fremden Land

das Zeitliche zu segnen

Mein Bruder ist tot

ihn kann ich nicht mehr schädigen

Nein nein

zuviel

habe ich meinen Sinnen zugemutet

In jungen Jahren

zuviel gespeichert

naturgemäß

alles unreflektiert gespeichert

Ich bräuchte sieben Leben

um all das aufzuarbeiten

Allein für die Sortierung

würde ein Leben nicht ausreichen


Er setzt sich wieder.


RENE ALLERMANN:

Ruhelos

bin ich umhergezogen

bis ich dann doch wieder

hier

angelangt war

Die Stadt ist wie ein Sog

sie holt sich ihre Kinder

immer wieder zurück

alles nur eine Frage der Zeit

Den Ausbruch

habe ich versucht

vor Steinhof

Angst gehabt

Jeder kreative Mensch

landet zwangsläufig

irgendwann

in seinem Leben

in Steinhof

Alle wirklichen Künstler der Stadt

sind irgendwann

in ihrem Leben

einmal

in Steinhof gewesen

weil sie nicht aufgepasst haben

den Ausbruch

nicht versucht haben

Mir ist er gelungen

der Ausbruch

in der ganzen Welt

bin ich gewesen

Im Orient den Kaffee getrunken

Es ist eine deprimierende Erfahrung

für mich gewesen

feststellen zu müssen

das selbst in den Ländern

wo die Kultur des Kaffeekochens

zuhause ist

man nicht in der Lage ist

so wie hier

den Kaffee zu kochen

Traurig traurig

Ich dachte noch bei mir

als ich diese Reisen

mit gutem Willen

und einem Schuss

jugendlicher Naivität unternahm

es hielte sich alles so

wie mit der Sprache

aber auch da

wurde ich um Erfahrungen reicher

Wie oft wurde ich enttäuscht

als ich ausländische Autoren

zuvor in deutscher Übersetzung

später neugierig geworden

im Original las

welche Verschiebungen

fanden da statt

Fälschungen

nichts als

dilettantische Fälschungen

Eindrücke

Empfindungen

alles so entfremdet

übersetzt

dass gar

ein neues Bild entstand

Beispielsweise »Lysistrate«

von Aristophanes

Gewaltige Kluften

liegen zwischen der billig Ausgabe in gelb

und einer wissenschaftlichen

fundierten

gebundenen Ausgabe

Ja gebunden

und dementsprechend teuer

dachte ich

in meiner jugendlichen Naivität

Jahre musste es dauern

bis ich dahinter kam

Geld musste ich verdienen

um mir ein Bild

machen zu können

von der Qualität an Übersetzungen

Wissen ist Macht

dachte ich damals

Heute hat es viel mehr

mit Geld zu tun

Im Übrigen

ist der Beruf des Übersetzers

von jeher

ein Hungerleiderberuf

Obwohl

die ausländischen Autoren

die unsäglichen Bücherhitlisten anführen

und die Verleger

Millionen scheffeln

verdienen die Übersetzer

Hungerleiderlöhne

und die heimatverbundenen Dichter

werden gar ganz vergessen


Er schaut auf seine Taschenuhr.


RENE ALLERMANN:

Die Zeit

geht ihre eigenen Wege

und ich den meinen

Jahrelang in Spanien gelebt

Dem Klima zuliebe

Der Gesichtshaut

hat es auch gut getan

ohne Zweifel

Aber der Magen

er weigerte sich

den spanischen Kaffee

zu honorieren

wobei ich nichts Nachteiliges

über den spanischen Kaffee sagen könnte

Bin halt Heimat verbunden

gebe ich offen zu

Im Alter

hat man sowieso

vielmehr Möglichkeiten

offen etwas zuzugeben

Ja Heimat verbunden

das bin ich

ganz ohne Zweifel


Er schaut sich etwas nervös um, dann wieder fällt der Blick auf die Taschenuhr.


RENE ALLERMANN:

Leer geworden ist es

Noch keine zehn Uhr

und schon niemand mehr da

Die Bedienung

so gerne ich sie mag

und schätze

so lange ich sie

schon kenne

Sie könnte sich ruhig

wieder einmal

blicken lassen

Wahrscheinlich

wieder eine dieser

jetzt immer häufiger werdenden

Betriebsversammlungen

Nicht

dass ich etwas gegen Gewerkschaften hätte

nein wirklich nicht

Aber einer

der im Dienstleistungsgewerbe

an vorderster Front tätig ist

für den

kann doch ein gewerkschaftlicher Beschluss

nicht Bestand haben

Nein wirklich nicht

ist er doch auf Trinkgelder angewiesen

Nicht so der Fall

im gegenüberliegenden Theater

Wären die Herrschaften

dort

auf das Trinkgeld angewiesen

auf die Bezahlung

durch das Publikum

hätte die Stadt

eine nicht zu verachtende Anzahl

an Hungerleidern mehr

Sie könnten sich dann in die Schlange

der Übersetzer einreihen


Er lacht kindisch.

Man merkt ihm an, dass das gegenüberliegende Theater für ihn eine tiefe Bedeutung hat.


RENE ALLERMANN:

Leistung

Freundlichkeit

Service

Hierarchie

Ja

darüber redet niemand

Über die Staffelung der Trinkgelder

redet niemand

jedenfalls nicht öffentlich

Umso mehr sich jemand

im Dienstleistungsgewerbe

der Menschenwürde entzieht

wohlgemerkt

im Dienstleistungsgewerbe

und nicht im gegenüberliegenden Theater

desto höher ist das Bakschisch

das Trinkgeld

Ist es nicht so?

Lassen wir uns

nicht jede Art

an Schmeicheleinheiten

an Schmeichelkeiten

an Schmeicheleien

bezahlen?

In einer Zeit

der festprogrammierten Eitelkeiten

erleben

die professionellen Schmeichler

ohne Zweifel

einen Aufschwung

der sich allabendlich

zu Buche schlägt


Er wiederholt den Satz langsam.


In einer Zeit

der festprogrammierten Eitelkeiten

erleben die professionellen Schmeichler

ohne Zweifel

einen Aufschwung

der sich all abendlich

zu Buche schlägt

Ein wirklich schöner Satz

ein wirklich schöner

gelungener Satz

Ein Satz

der sich lohnt

festgehalten zu werden


Er nimmt Stift und Papier und schreibt den Satz langsam auf, dabei wiederholt er den Satz murmelnd.

Er betrachtet das Geschriebene.


RENE ALLERMANN:

Wirklich

ein schöner

gelungener Satz

Was

frage ich

nutzen da

Tarifverhandlungen

Tarifabschlüsse

Das Trinkgeld

recht verstanden

bewusst eingesetzt

ist eine der letzten Bastionen

der freien Entscheidung

der individuellen Entscheidung

überhaupt

Man kann den Stellenwert

der eigenen Person

beziehungsweise

das was einem

an Höflichkeiten

Aufmerksamkeiten

entgegengebracht wird

in Prozente messen

Moment einmal


Er steht auf und geht zur Tafel, auf der sonst aktuelle Tagesangebote vermerkt sind, und wischt das Geschriebene, ohne es zu lesen einfach weg

(HEUTE GESCHLOSSEN NEUERÖFFNUNG IN WENIGEN TAGEN).

Er nimmt ein Stück Kreide und schreibt die Prozentzahlen auf.


RENE ALLERMANN:

ZEHN PROZENT

und man gehört zur Gattung

der

STUDIOSI

Der Ober drückt seine Besorgnis

über den ausbleibenden

sonst regelmäßigen Scheck

der Eltern aus

DREISSIG PROZENT

Die Bemerkung

der Glückwunsch

zum bestandenen

EXAMEN

steckt den Rahmen des Entgegennehmenden

SECHZIG PROZENT

Der Kellner verleiht einem

ohne die rechtliche Grundlage

dafür zu besitzen

die

DOKTORwürde

Bei

NEUNZIG PROZENT

gar

wird man

ohne es zu wollen

in den Staatsdienst gehoben

HERR GEHEIMRAT

HERR HOFRAT

HERR BURGSCHAUSPIELER

HERR KAMMERSÄNGER

HERR MINISTERIALDIRIGENT


Da er keinen Platz mehr auf der Tafel hat, hört er mit der Auflistung auf.


An sonnigen Tagen

sogar

in den Adelsstand

Meine Bedienung

und ich

wir haben uns

auf Dichter

geeinigt

Dichter

klingt

handwerklicher

als Poet

oder Autor

In Dichter

steckt Handlung

Leben

Ich bin Handwerker

aber langsam könnte die Bedienung

wirklich kommen


Er geht wieder zu seinem Platz.

Dabei


RENE ALLERMANN:

Um mir die Zeit zu vertreiben

könnte ich die Toilette aufsuchen

37 Schritte

32 1/2

bis zur Tür

der Rest

bis zum Becken

Jetzt ist sie leer

eine Gelegenheit

die ich ausnutzen sollte

Leer muss sie sein

menschenleer

Eine Grundvoraussetzung für mich

Durch Erziehung

so komprimiert

dass ich nicht kann

wenn jemand dabei ist

neben mir steht

In einem so großen Café

es zu schaffen

allein zu sein

ist schon eine Kunst

eine große Kunst

Ich finde

es gibt Dinge

im Leben eines Menschen

die sollte er

allein erledigen

Der Übergang

vom Mädchen zur Frau

Das Gebären

Der Tod

All das

muss man allein erledigen

man muss es nur wissen

sonst scheitert man

Der Stoffwechsel

beispielsweise

Der Stoffwechsel

beziehungsweise

was daraus resultiert

gehört mit Bestimmtheit dazu

Ich hasse es

in einer Art Kollektiv

mein Geschäft zu erledigen


er grinst


Gegenüber die

die

müssen es

die lieben

vergewerkschaftlichen Künstler

Vor Premieren

habe ich mir sagen lassen

sitzen sie

wie die Hühner

auf der Stange

Ich für meinen Teil

bringe das nicht fertig

Das Stöhnen

Das Pressen

Das Aufatmen

All das

bringt mich aus dem Konzept

hindert mich

es einfach zu tun

Es ist schon eine Art der Vergewaltigung

die einem da

die Lokalität aufzwingt

Ich für meinen Teil

bin so sensibel

dass ich Lokalitäten meide

die mehr

als ein Urinalbecken besitzen

Zwei Becken

sind in Ausnahmefällen

wohlgemerkt

in Ausnahmefällen

noch zu tolerieren

Aber die Vorstellung

von drei Becken

und das mittlere

ist nur frei

macht mich rasend


nach einer Weile


Ob sie meinen Kaffee vergessen haben?

Ich werde zum Kuchenbüffet gehen

das sind weniger Schritte


Er geht mit geschlossenen Augen in Richtung Thekenbereich, dabei zählt er laut.


RENE ALLERMANN:

Eins zwei drei

vier fünf sechs

sieben

acht neun zehn

elf zwölf dreizehn


Er stößt gegen die moderne Theke.


Was ist denn das?

Wo sind

der dreizehnte

und der vierzehnte Schritt?


Er berührt vorsichtig die moderne Theke.


Ein Kunstwerk?

Hier?

Hier ein Kunstwerk?

Hier herinnen

hat doch noch nie

ein Kunstwerk

gestanden

Hier herinnen

hat sich noch nie

ein Künstler verirrt

Kunstwerk

Kunstzwerg


Er lacht über sich selber


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ISBN-10: 1496051785
ISBN-13: 978-1496051783

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