Das Drama der Woche

 

Alle Rechte  bei Johannes Wierz

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Aufführung durch

Berufs- und Laienbühnen, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung

und Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen und andere Medien,

auch einzelner Abschnitte.

Das Recht der Aufführung oder Sendung ist nur von Johannes Wierz zu erwerben.

Den Bühnen und Vereinen gegenüber als Manuskript gedruckt.

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NEULICH IN EINEM CAFE IN MONTE CARLO        Des Dramas    erster Teil


Ein Mann und eine Frau um die fünfzig, ihrer Kleidung nach deutsche Touristen, sitzen in einem Straßencafé, das von Palmen eingerahmt ist, und studieren die Karte.

(Aus dem OFF: Motorengeräusche von Formel 1 - Autos, mal leise, mal laut)


FRAU:

Hast du gesehen?

Ein Mineralwasser kostet zwölf Euro!


MANN:

Dafür sitzen wir direkt an der Rennstrecke.


Die FRAU wedelt mit der Karte.


FRAU:

Was für ein ekelhafter Gestank!


MANN:

Die Pommes kosten nur zehn Euro. Für Monte Carlo ein Schnäppchen.


Die FRAU erwidert etwas, was im Lärm der Motorengeräusche vollkommen untergeht.


Ein KELLNER nähert sich im weißen Livree den Gästen.


KELLNER(mit französischem Akzent):

Madame! Monsieur!

Was darf ich Ihnen bringen?


MANN:

Zwei Wasser, zwei Mal Pommes mit Currywurst!


KELLNER: Wie bitte?


FRAU:

Currywurst!

Saucisse au curry


Der KELLNER macht ein ratloses Gesicht.


Aus dem OFF: ohrenbetäubende Motorengeräusche


Begeistert schießt der MANN mit dem Smartphone Fotos von der Rennstrecke.

Die FRAU hält sich Mund und Nase zu.

Der KELLNER bringt zwei winzige Fläschchen mit Wasser und zwei große Gläser und serviert sie am Tisch.


FRAU:

Ist aber nicht viel los bei Ihnen. Liegt wohl an den kleinen Flaschen.


Die FRAU lacht kindisch.


KELLNER(mit französischem Akzent):

Beim ersten freien Training ist nie viel los.

Aber für die beiden Renntage sind wir auf Jahre ausgebucht.


Bevor der KELLNER geht, macht der MANN ein Foto von ihm.


MANN(strahlend):

Ist doch ganz nett hier!


FRAU:

Hast du die kleinen Fläschchen gesehen.

Das ist noch nicht einmal 0,1 Liter.


MANN:

Dann bestelle ich uns noch was?

(nach hinten rufend)

Herr Ober, bitte noch zwei Cola!


Der KELLNER kommt mit dem Essen und zwei Fläschchen Cola und serviert.


Der MANN und die FRAU essen.


FRAU:

Eigentlich könnten wir zum Essen einen Wein trinken,

wo wir doch in Frankreich sind.


MANN:

Mein Schatz, wir sind in Monaco.

Monte Carlo!

Und aus diesem Grund erlaube ich mir,

uns zu einem Champagner einzuladen.

Herr Ober, was kostet der Champagner?


KELLNER(aus dem OFF):

Hundertdreißig....


Aus dem OFF: ohrenbetäubende Motorengeräusche, dann ein lauter Knall.

Ein riesiger Formeleinsreifen hüpft am Café vorbei.


Der KELLNER serviert eine große Flasche Champagner, öffnet sie und schüttet die Gläser voll.


Es ist Abend. Auf allen Tischen brennen Kerzen in Windlichtern.


MANN:

Was für ein Tropfen!

Da fühlt man sich wie Gott in Frankreich!


FRAU:

Monaco, mein Schatz!


MANN:

Auf einem Bein kann man nicht stehen.

Herr Ober, noch ne Flasche!


FRAU:

Aber diesmal die Hausmarke!


KELLNER(aus dem OFF):

Für achtzig...


Aus dem OFF: überlaute Polizeisirenen.


Nur noch auf einem Tisch brennt eine Kerze im Windlicht.


MANN:

Ober, zahlen!


DER KELLNER kommt und trägt ein Tablett, auf dem eine Serviette liegt, an den Tisch.


KELLNER:

Zahlen Sie bar oder mit Karte?


MANN:

Da schauen wir mal!


Der MANN hebt die Serviette und studiert den Kassenbon.


MANN:

Zwei Mal Wasser zwanzig Euro.

Zwei Mal Cola zwanzig Euro.

Zwei Mal Pommes vierundzwanzig Euro.

Zwei Mal Wurst achtundzwanzig Euro.


Der MANN lächelt seine FRAU an, die zurück lächelt.


(heiser)

Hundertdreißig...tausend die große Flasche...

Achtzigtausend die Hausmarke, fast schon ein Schnäppchen.


Der MANN fällt mit dem Stuhl nach hinten. Die FRAU macht einen entsetzten Schrei.

Der KELLNER ein unschuldiges Gesicht.


Der Vorhang schließt sich in Ferrari-Rot.


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NEULICH IM KASPERLETHEATER


In der Mitte steht ein bunt angemaltes Kasperletheater. Der Vorhang ist geschlossen.

Davor fünf lange Bänke.

In der ersten Reihe sitzen: der VATER (eine große Bratwurst essend), die MUTTER (einen großen kandierten Apfel essend), das KIND (eine riesige Zuckerwatte essend). Alle drei sind übergewichtig.

In der letzten Reihe sitzt eine ALTE FRAU, die vor sich hin lächelt und strickt.

Aus dem OFF: leise Jahrmarktsmusik


KIND (mit vollem Mund):

Ist das langweilig!


MUTTER (schmatzend):

Da hat das Kind Recht.


VATER (mit vollem Mund):

Ich glaube es geht los!


Ein ALTER MANN schlurft gebückt auf das Kasperletheater zu und bleibt in der Verbeugung vor dem Publikum stehen.

Die ALTE FRAU klatscht.

Dann zwängt sich der ALTE MANN in den bunten Holzverschlag.


KIND (mit vollem Mund):

Mir ist langweilig!


Aus dem Kasperletheater dringen seltsame Geräusche.

Dann öffnet sich der Vorhang.

Das Bühnenbild zeigt den Zuckerhut und die übergroße Jesusstatue.

KASPERLE erscheint.


KASPERLE:

Liebes Publikum!

Ich bin froh, Ihnen heute live von den Olympischen Spielen berichten zu können.

Wir schalten um zum Tischtennisfinale.


KIND (mit vollem Mund):

Ist das langweilig!


MUTTER (schmatzend):

Das ist doch kein Kasperletheater!


Auf der Bühne erscheint der POLIZIST und der ZAUBERER, die an einer Tischtennisplatte ein wildes Match hinlegen. 

 

KIND (mit vollem Mund):

Ich habe Hunger!


MUTTER (schmatzend):

Ich würde gern das Doppel im Tennis sehen!

(zu ihrem Mann)

Da bin ich mal gespannt.


KASPERLE (aus dem OFF):

Aus aktuellem Anlass

schalten wir um zum gemischten Tennisfinale.


Der POLIZIST und der ZAUBERER verschwinden samt Tischtennisplatte.

GRETEL und die GROSSMUTTER liefern sich ein heißes Match mit SEPPL und dem JÄGER.


KIND (mit vollem Mund):

Ich habe Durst!


MANN (mit vollem Mund):

Das macht der alte Mann mit Händen und Beinen.

Erstaunlich gelenkig für sein Alter!


Die ALTE FRAU klatscht.


MUTTER (schmatzend):

Dann sollten wir ihn mal auf die Probe stellen.


KIND (mit vollem Mund):

Ist das langweilig!


VATER (schmatzend brüllend):

Fußball! Fußball! Fußball!


KASPERLE (aus dem OFF):

Und nun zum Endspiel im Fußball!


GRETEL, die GROSSMUTTER, SEPPL und der JÄGER verschwinden wie sie gekommen sind.

Starr erscheinen die beiden Nationalmannschaften von Deutschland und Brasilien. Dazwischen stehen der POLIZIST, das KROKODIL und der JÄGER als Schiedsrichter.


KIND (mit vollem Mund):

Ich muss mal!


MUTTER (rülpsend):

Alles ein blöder Trick.

Die Puppen sind auf einer Stange fixiert

und die hält der alte Mann auseinander.


Die MUTTER streckt ihre Arme aus und lässt den Rest ihres kandierten Apfels fallen.


VATER (sich über den Mund wischend):

Puppentheater,

kommt, lass uns gehen,

der Alte kann gar nichts.


Der VATER benutzt das Papptablett mit den Senfresten als Frisbee und wirft es Richtung Kasperletheater.

VATER, MUTTER und KIND stehen auf und gehen.

Ein letztes Mal dreht sich das KIND um und sieht, wie sich auf der Bühne zweiundzwanzig Puppen ein reißendes Endspiel liefern.

Mit offenem Mund wird das KIND von den Eltern weggezogen.

Die ALTE FRAU klatscht und juchzt.


ALTE FRAU:

Bravo! Bravo!


Der Vorhang schließt sich zuckend vor Freude.


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NEULICH AM BERLINER HAUPTBAHNHOF


Ein MANN verlässt mit einem schwarzen Trolly den Hauptbahnhof, wo ihn eine Schlange an Taxis erwartet.

Der MANN geht zu dem vordersten Taxi.

Der TAXIFAHRER wuchtet sich langsam aus seinem Auto.


TAXIFAHRER(berlinerisch):

Meester, wo soll‘s denn hinjehn?


MANN:

Saarbrücker Straße!


TAXIFAHRER(berlinerisch):

Nie jehört!


MANN:

Prenzlauer Berg


TAXIFAHRER(berlinerisch):

Wohin?


MANN:

Saarbrücker Straße!


Der TAXIFAHRER lädt den Trolly in den Kofferraum, wo schon die Einkäufe für die Woche liegen.


TAXIFAHRER(berlinerisch):

Sacht mir nix!


MANN:

Saarbrücker Straße

Da ist eine alte Fabrik, eine ehemalige Brauerei. Kreative, Filmleute haben da ihre Büros.


TAXIFAHRER(berlinerisch):

Nie jehört!


MANN:

Wim Wenders!


TAXIFAHRER(berlinerisch):

Kenn ick nich!


MANN:

Gegenüber ist ein großes Bordell!


TAXIFAHRER(berlinerisch, lächelnd):

Mester, janz Berlin is een Puff!



Der Vorhang schließt sich und wird dabei von einem Leierkastenmann begleitet, der bekannte Berliner Melodien spielt.



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NEULICH IN DER ECKKNEIPE



Eine Holzkneipe im Stil der Wirtschaftswunderjahre. An der Wand ein großes Bild der Weltmeistermannschaft von 1954.

Hinter dem Tresen, der bogenförmig verläuft, steht der WIRT und  poliert mit einem Schmierlappen lustlos Gläser, die hinterher stumpf und milchig aussehen.

Vor dem Tresen, an der langen geraden Seite, sitzt ein ALTER MANN mit einem gewaltigen Buckel. Am Ende des Bogens, in der Ecke, ein JUNGER MANN.

Aus den Boxen tönt leise alte Schlagermusik.

Der JUNGE MANN grinst und nippt an seinem Bierglas.


WIRT(zum ALTEN MANN):

Noch mal das gleiche Jupp?


Der ALTE MANN nickt.

Der Wirt zapft ihm ein Bier, füllt ein Schnapsglas und stellt das Herrengedeck vor den ALTEN MANN.

Der JUNGE MANN lacht und schüttelt den Kopf. Mit einem Schluck tringt er sein Bier aus und gibt dem WIRT per Fingerzeig zu verstehen, dass er noch ein Bier haben möchte.

Der WIRT streicht sich mit dem Polierlappen den Schweiß von der Stirn, zapft ein schnelles Bier und stellt es dem JUNGEN MANN hin, der immer noch vor sich hin grinst.

In einem Zug trinkt der JUNGE MANN das Bier aus und bestellt mit einer rudernden Armbewegung ein neues.

Der JUNGE MANN rutscht vom Hocker und torkelt auf den ALTEN MANN zu, der schweigend sein Bier und den Korn genießt.


JUNGER MANN(leicht lallend zum ALTEN MANN):

Du hast aber auch einen schweren Rucksack zu tragen!


Der ALTE MANN reagiert nicht.

Der JUNGE MANN tippt auf den Buckel.


JUNGER MANN(leicht lallend zum ALTEN MANN):

Was haste denn da alles schönes drin?


Der ALTE MANN dreht sich zur Seite und schaut den JUNGEN MANN an.


ALTER MANN:

Ne Wendeltreppe!

Wenn du die runtersteigst, kannst du mich am Arsch lecken!



Der Vorhang schießt sich zu den Klängen von Peter Alexander „Die kleine Kneipe in unserer Straße“.




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NEULICH IN DER KÜCHE


Eine Einbauküche. In der Mitte steht ein Tisch mit einem Stuhl. An der Wand hängt ein Abreißkalender auf dem „10. Aug“ steht.

Aus dem OFF: Das Klingeln an der Haustür. Das Knarzen von Treppenstufen.


FRAU(aus dem OFF):

Wer stört!


POSTBOTE(mit gedämpfter Stimme aus dem OFF):

Ich habe ein Päckchen für Sie!


FRAU(aus dem OFF):

Ich habe nichts bestellt!


POSTBOTE(mit gedämpfter Stimme aus dem OFF):

Scheint mir eher privat!


Aus dem OFF: Das Summen eines Türdrückers.


POSTBOTE(mit gedämpfter Stimme aus dem OFF):

Hier!


FRAU(aus dem OFF):

Das schicken Sie mal ganz schnell wieder zurück!


POSTBOTE(mit gedämpfter Stimme aus dem OFF):

Dann brauche ich eine Unterschrift!


Aus dem OFF: Eine Tür fällt ins Schloss.


Die FRAU kommt in die Küche geschlurft. Sie ist leicht korpulent, hat rote Haare und trägt einen hellblauen Hausanzug.

Sie holt eine Tasse aus dem Schrank und schüttet sich einen Kaffee ein. Beim Schlürfen des Kaffees betrachtet sie nachdenklich den Abreißkalender. Mit einem Ruck reißt sie das oberste Blatt ab. Es erscheint der „11. Aug“.

Irgendwo piept gedämpft ein Telefon. Die FRAU öffnet mehrere Schränke bis sie das Mobiltelefon in der Spülmaschine findet. Sie geht an den Apparat.


FRAU(genervt):

Ich bin nicht da!


Sie drückt den Teilnehmer weg, setzt sich an den Tisch und schlürft den Kaffee.


Wieder piept das Telefon.

Die FRAU drückt die Annahmetaste.


FRAU(genervt):

Der Besitzer dieser Rufnummer ist verstorben!


Sie drückt den Teilnehmer weg, schlürft den Kaffee und starrt vor sich hin.

Das Telefon piept.

Die FRAU holt aus der Tasche einen Gegenstand und steckt ihn in den Mund.

Dann nimmt sie das Gespräch an und bläst in die Trillerpfeife, die ein ohrenbetäubendes Geräusch verursacht.

Die FRAU steht auf, nimmt das Telefon und steckt es zurück in die Spülmaschine. Aus dem Schrank holt sie einen Schokoriegel und setzt eine kleine Kerze darauf, die sie anzündet.

Anschließend setzt sie sich wieder hin und starrt auf die brennende Kerze, die in einem Schokoriegel steckt.

Dabei summt sie „Happy Birthday to you“


Schnell schließt sich der Vorhang.


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NEULICH IM STAMMCAFE DES DICHTERS


Das Café ist spärlich besetzt.

Während der DICHTER anstrengenden Blickes an seinem Stammplatz vor dem Laptop sitzt, unterhalten sich eine ALTE FRAU und eine JUNGE FRAU.


Die JUNGE FRAU steht auf und geht lächelnd auf den DICHTER zu.


DICHTER(aus dem OFF zu sich selbst):

Heute wird mir der große Wurf gelingen!


Die JUNGE FRAU hat den Tisch erreicht.


JUNGE FRAU(zum DICHTER):

Guten Abend!


Der DICHTER schrickt auf und schaut die JUNGE FRAU an.


DICHTER(aus dem OFF zu sich selbst):

Sie wird den Artikel gelesen haben.

Wahrscheinlich will sie ein Autogramm oder ein Buch kaufen,

in das ich ihr eine persönliche Widmung schreiben soll.


Die JUNGE FRAU geht vorbei.


DICHTER(aus dem OFF zu sich selbst):

Immer höflich, immer nett,

das schwere Los einer öffentlichen Person!


Die ALTE FRAU lächelt zum Tisch des Dichters herüber und steht auf. In der Mitte trifft sie auf die JUNGE FRAU, die sich zurück an den Tisch setzt.


ALTE FRAU(zum DICHTER):

Guten Abend!


DICHTER(aus dem OFF zu sich selbst):

Die will bestimmt auch ein Buch.


Der DICHTER kramt in seiner Tasche herum und holt zwei dünne Büchlein zum Vorschein.


Klein, aber oho!


Die ALTE FRAU kommt zurück und stellt sich vor den Tisch des Dichters.


ALTE FRAU:

Darf ich Sie was fragen?


DICHTER(großmütig):

Stehe zu Diensten, Gnädigste!


Lässig schiebt er mit einer Hand eines der Büchlein an den Tischrand.


ALTE FRAU:

Auf dem Klo brennt eine Glühbirne nicht!


Der DICHTER schaut verwirrt.


ALTE FRAU:

Wenn Sie die Tagesabrechnung gemacht haben,

tauschen Sie bitte die Birne aus,

bevor noch jemand fällt!


Die ALTE FRAU dreht sich um und geht an ihren Tisch zurück.


DICHTER(aus dem OFF zu sich selbst):

Ich muss mir schnellstens ein Pseudonym zulegen!


Ruckartig schließt sich der Vorhang. Zwischen den Falten ist ein verhaltenes Lachen zu hören.



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Aus dem Vierjahreszeitenzyklus: SOMMER


NEULICH IM SOMMER AUF DEM MITTELMEER


Eine weiße Yacht glänzt in der Sonne. Auf dem Deck rekeln sich lasziv zwei junge Frauen in Bikinis und schlürfen an ihren eisgekühlten Drinks.

Hinter dem Steuerrad steht ein Mann, der KAPITÄN, in Badehose und einer Kapitänsmütze auf dem Kopf.

Im Wasser schwimmen unzählige Flüchtlingsleichen. Ein Mensch hat überlebt und hebt mit letzter Kraft seinen Arm aus dem Wasser, um auf sich aufmerksam zu machen.


KAPITÄN:

Was machen Sie da?

Weg da!

Sie schwimmen in meiner Fahrrinne!


Die Yacht überfährt den letzten Überlebenden.


KAPITÄN(zu sich):

Leute gibt‘s!


Der theaterrote Vorhang schließt sich und verändert seine Farbe in schamrot.



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