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Ohlsdorf - Totentanz

 

  OHLSDORF

      Ein Jahr nach dem Tod von Thomas Bernhard treffen sich im Gasthof zu Ohlsdorf Figuren aus seinen Romanen und Theaterstücken. Im Sprach-duktus des großen Dichters monologisieren und räsonieren sie.

     Die Gäste beschließen, eine Stiftung zu seinem Angedenken zu gründen. Nach dem Motto: Alles, was wir kontrollieren kann uns nicht schaden.

     Doch der Borkenkäfer macht den Vierkanthof, und damit ihre Pläne, zunichte.

     So notiert der Burgtheaterzwerg am Ende lakonisch:

Nix is, aus is, bled is.


TOTENTANZ

       Zwanzig Jahre nach dem Tod von Thomas Bernhard treffen sich die alten Weggefährten auf einem Wiener Friedhof. Ihr Ziel: den Schädel des Dichters in die Hände zu bekommen, dabei verlieren sie den Kopf..

Alle Namen und Charaktere in diesem Buch

sind erfunden, und jede Ähnlichkeit

mit lebenden oder verstorbenen Personen

ist rein zufällig.

Alle Rechte  bei Johannes Wierz

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Aufführung durch

Berufs- und Laienbühnen, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung

und Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen und andere Medien,

auch einzelner Abschnitte.

Das Recht der Aufführung oder Sendung ist nur von Johannes Wierz zu erwerben.

Den Bühnen und Vereinen gegenüber als Manuskript gedruckt.




PERSONEN:


WIRT Hinteregger, Besitzer des Gasthofes in Ohlsdorf


ANNA seine Nichte, Bedienung im Gasthof


ALOIS Gelegenheitsarbeiter, die treue Seele

des verstorbenen Dichters


SPANDOLINI Geistlicher aus Rom,

ein Geschädigter des Verstorbenen


ADOLFO sein Fahrer aus den Abruzzen


EHEMALIGER MINISTERPRÄSIDENT

ein Geschädigter aus Deutschland


FRAU DES EHEMALIGEN MINISTERPRÄSIDENTEN


SCHAUSPIELER ein Geschädigter aus Österreich


SCHAUSPIELERIN seine Frau


BURGTHEATERZWERG ein Chronist



Im Gasthaus zu Ohlsdorf


Erste Szene


Der WIRT Hinteregger steht hinter dem Ausschank und spült Gläser.

An einem Tisch sitzt der Waldarbeiter ALOIS vor einem Krug Bier.

An der Tür, die zum Gesellschaftssaal führt, hängt ein Schild:

»Heute Geschlossene Gesellschaft«

Im Hintergrund läuft leise das Radio.


WIRT:

Auf den Tag genau

vor einem Jahr ist er gestorben


ALOIS:

Ein vom Schicksal oft heimgesuchter Mensch

Selbst die Bäume vor seinem Anwesen

haben ihm keine Freude bereitet

Absägen habe ich sie müssen

Bis auf einen sind sie alle befallen gewesen


WIRT:

Man sagt

das Kranke zieht sich an



ALOIS:

Wenn man einen Käfer sieht

ist es schon zu spät

Er hätte frühzeitig spritzen sollen

Aber auf mich hat er ja nicht gehört

Ein Gemütsmensch

bin ich für ihn gewesen

Die treue Seele Alois

treu aber keinen Verstand

hat er immer gesagt

Treu aber keinen Verstand


WIRT:

In der Zeitung ist gestanden

er hätte unsere gute Luft nicht vertragen

Unser Klima sei ausschlaggebend gewesen

einfach lächerlich

Nirgendwo im Lande

gibt es soviel Hundertjährige

wie hier bei uns


Die Bedienung ANNA kommt aus der Küche.


ANNA:

Für wie viel Personen soll ich eindecken?

Servus Alois


ALOIS:

Servus Anna

setz' dich her zu mir


Sie lacht verlegen.


WIRT(nachdenklich):

Acht Personen haben sich angemeldet

telefonisch

Das ist gut

Also deck' für zwölf Personen ein

Die Herrschaften aus der Stadt

können es sich leisten


ANNA:

Aber an den Tisch passen doch nur zehn Gedecke


WIRT:

Dann deck' halt für zehn ein

Und hol' einen Mantel aus der Kammer


Die Bedienung geht in den Saal.


WIRT:

Ja Alois

so ist das

Jetzt ist er schon ein Jahr unter der Erde

aber eine Arbeit macht er einem immer noch

Allein die Übernachtungen

sind um das Fünffache gestiegen

von den Durchreisegästen erst gar nicht zu reden

Den Gesellschaftsraum

vermiete ich nur mehr

an Übernachtungsgäste

sonst rentiert es sich nicht

Mit den Durchreisegästen ist kein Geld zu machen

Ein Bier

einen Kaffee

und in Ausnahmefällen ein Essen

Nein

nein

das lohnt nicht

Und dann diese Camper

Die Camper sind die allerschlimmsten

Da sitzen sie zu viert

stundenlang an einem Bier

und bevor sie gehen

füllen sie heimlich

ihre Wasserkanister bei mir auf

Mein Wasserverbrauch ist in letzter Zeit

um das Zehnfache gestiegen

Ich habe es aber dem Bürgermeister gesagt

immer und immer wieder

habe ich es dem Bürgermeister gesagt

Was wir brauchen sind Mautstationen

Auf beiden Seiten von Ohlsdorf

müssen Mautstationen her


ALOIS:

Machst’ mir noch ein Krügerl Bier

Hinteregger?


WIRT:

Ist schon recht Alois

das geht auf Kosten des Hauses

wo er dich nicht einmal

in seinem Testament bedacht hat


Aus dem Saal: die Stimme der Bedienung


ANNA:

Soll ich auch für Suppe eindecken?


WIRT:

Aber selbstredend

wo doch noch soviel

aus der letzten Woche übrig ist


zu ALOIS


Überhaupt essen Städter gerne Suppe

Man kann sagen

dass Städter regelrecht verrückt sind

auf unsere gute Landsuppe

In der Stadt bekommen sie ja nirgends

so eine gute Suppe wie hier draußen

Städter sind regelrechte Suppenesser

Umso mehr Suppe am Anfang

desto weniger greifen sie nach dem Braten

Bisher habe ich jeden Braten

zweimal verkaufen können

Mit Ausnahme der Luxemburger

Die Luxemburger

haben den übrig gebliebenen Braten einfach mitgenommen

Servietten und Papier haben sie verlangt

Die Luxemburger haben keinen Anstand

aber dafür haben sie einen Mantel

und einen Tisch gekauft


ALOIS:

Ja ja

Suppe hat auch er immer gern gegessen

Alois

hat er gesagt

heute ist mir nach Suppe

Lass uns zum Hinteregger gehen

hat er gesagt

Suppe

kann man überhaupt nur beim Hinteregger essen

Nudelsuppe

zwei Teller Nudelsuppe hat er gegessen

und sich dabei Notizen gemacht

Nazis

Nazis

hat er gemurmelt

und sich mit einem Bleistift

Notizen gemacht


Er steht auf und geht zum WIRT.


Auf die Serviette hat er alles geschrieben

Da schau


Er holt einen kleinen Bleistift aus der Hosentasche.

Der WIRT schaut neugierig.


WIRT:

Ein ganz gewöhnlicher Bleistift


ALOIS:

sein Bleistift


WIRT:

Das bringt mich auf eine Idee


in den Saal rufend


Anna

lauf mal schnell in den Laden

und kauf alle Bleistifte auf

Alois

Du bist ein Goldjunge

Fünfhundert Schilling

werde ich für einen Bleistift nehmen

Vierzigtausend Schilling

für einen Tisch

Zwanzigtausend

für den Mantel

Fünfhundert Schilling

für den Bleistift

das ist selbst für Studenten erschwinglich

Alois

heut' bist du mein Gast


Er stellt ihm ein Krügerl Bier hin.


ALOIS:

Dank' dir schön

Hinteregger


WIRT:

Schade ist nur

dass du die kranken Bäume

alle schon verheizt hast

Das wäre ein Geschäft geworden

Kleine Scheiben hätte ich geschnitten

sie lackiert

und als Untersetzer verkauft

Des Dichters kranke Bäume

als Bieruntersetzer

das hat was


ANNA kommt mit fünf Lodenmänteln herein und hängt sie an den Garderobenständer.


WIRT:

Anna was soll das?

Einen

habe ich gesagt

Immer und immer wieder

habe ich dir gesagt

Du sollst nur einen Mantel hinhängen

Was soll ich denn mit fünf Mänteln

kannst du mir das sagen?

Dummes Ding


Sie nimmt vier Mäntel vom Haken und bringt sie wieder zurück in die Kammer.


WIRT:

Die bringt es fertig

und zerstört meine ganzen Geschäfte

Den Luxemburgern

hätte sie fast zwei Tische verkauft

Gott sei Dank

sind sie schon alle betrunken gewesen

Dabei habe ich es ihr schon hundert Mal erklärt

Pro Reisegruppe

nur ein Tisch und ein Mantel

aber das kriegt sie nicht in ihren Kopf


ALOIS geht mit seinem Bier zu dem Tisch an der Tür.


ALOIS:

Ja

ja

hier hat er immer gesessen

Hier an der Tür

war sein Platz

Beim Essen

hat er mir von Madrid erzählt

Nur in Madrid

hat er gesagt

nur in Madrid

habe ich Sehnsucht

nach dem Hinteregger seiner Nudelsuppe

In Wien

hat er gesagt

in Wien

habe ich nur einen Heißhunger

auf dem Hinteregger seinen Rindsbraten

Aber schon nach zwei Tagen

hat er gesagt

schon nach zweimal

Nudelsuppe und Rindsbraten beim Hinteregger

kann ich Nudelsuppe und Rindsbraten

nicht mehr sehen


WIRT:

Das hat er niemals gesagt

Meine Nudelsuppe und meinen Rindsbraten

hat er immer nur gelobt


ALOIS:

Dir

hat er es nicht gesagt

mir schon

Ich bin ja auch sein Vertrauter gewesen

Mir

hat er alles anvertraut

Ausgesprochen

hat er sich nur mit mir

Alois

hat er gesagt

Du bist ein Gemütsmensch

mein Beichtvater

und dabei

hat er immer gelacht

Ja

ja

er konnte schon lustig sein

wenn er wollte

WIRT:

Ich

habe ihn nie lachen gesehen

die ganze Zeit nicht

Die Menschen

haben es ja auch nicht

gut mit ihm gemeint

Andauernd

soll er Drohbriefe erhalten haben

regelrechte Morddrohungen

sagt man

Und das alles

wegen ein paar Theaterstücken

Die Städter

sind schon ein verrücktes Volk

und allen voran

die Wiener

Erst hassen sie ihn wie die Pest

und kaum ist er unter der Erde

wollen alle seinen Tisch

und seinen Mantel kaufen

Die Beerdigung

soll ja auch recht trostlos gewesen sein

Für Blumen und Kränze

haben sie kein Geld

aber ein Erinnerungsstück

wollen sie alle haben

Ein Erinnerungsstück

vom großen Meister

kann gar nicht teuer genug sein

Ich versteh' die Städter nicht


ALOIS:

Heimlich

und in aller Stille

haben sie ihn beerdigt

Nur im Kreise

der Verwandten und Freunde

so hat es mir der Bruder geschrieben

und sich für all meine Arbeit bedankt

Wenn ich einmal in Wien sein sollte

so hat er geschrieben

würde er sich selbstverständlich Zeit nehmen

mir sein Grab zu zeigen

Die Zeitungen

wurden erst hinterher informiert

Die Presse

hat ja sowieso nur negativ

über ihn geschrieben

Regelrecht zum Volksfeind

haben sie ihn erklärt


WIRT:

Den Karajan

hat man seinerzeit in Salzburg

auch heimlich verscharren müssen

Die Salzburger

haben ein Glück

erst Mozartstadt

und jetzt auch noch der Karajan in ihren Reihen

Wenn der hier gelebt hätte

ein Geschäft wäre das geworden

Karajan Semmel

Würste

Braten

Kugeln

ganze Mehlspeisen

Frisuren

Mäntel

Hosen

Beim Karajan

würde mir vieles einfallen

aber bei so einem unbeliebten Dichter

wie er einer war

da bleibt nicht viel

ein paar Mäntel

ein paar Tische

Bin gespannt

ob die Bleistifte gehen


Er geht in die Küche.


ALOIS:

Ja

ja

sein Vertrauter bin ich gewesen

immer hier

mit ihm am Tisch gesessen

Einmal

als ich ihm nach einem Sturm

das Dach gerichtet habe

ist er mit einem Bier gekommen

und hat gesagt

Es ist gut

einen Freund zu haben

Ja

ja

Freund hat er gesagt

Jetzt ist er tot

und die anderen

machen ein Geschäft daraus

Schlecht sah er aus

als er das letzte Mal da war

müde wirkte er

Dass du mir ja nicht den Garten vernachlässigst

hat er mir noch zum Abschied gesagt

Und wenn ich aus Wien zurück bin

fällen wir beide den letzten Baum vor dem Haus

Nur wir beide Alois

hat er noch gesagt

Jetzt

hat ihn der eine Baum

doch noch überlebt

werde ihn halt allein fällen müssen

Gott sei Dank

hat mich der Bruder übernommen

Den Garten

halten Sie natürlich weiter in Ordnung

hat er geschrieben

Sie mit ihrer grünen Hand

sind unentbehrlich

Der Bruder

auch ein feiner Mensch


Er nimmt einen kräftigen Schluck.


Ob ich noch mähen soll?


Er schaut aus dem Fenster.


Das Wetter

es wird wohl umschlagen

Und morgen

ist auch noch ein Tag


Die Bedienung kommt mit einem Karton Bleistifte in die Gaststube.

ANNA:

Mein Gott

ist es schwül draußen


ALOIS nimmt ihr den Karton ab und stellt ihn auf die Theke.


Das ist aber lieb von dir Alois

Soll' ich dir eine frische Halbe machen?


ALOIS:

So ist's recht Anna

Eine Halbe

ist das rechte Maß

Der Hinteregger

der Geizkragen

lässt höchstens mal ein Krügerl springen

Obwohl er an meinen Ideen genug verdient

bin ich ihm nur ein Krügerl wert

Die Idee mit den Bleistiften

ist auch von mir


ANNA :

Ganz verändert ist der Onkel

seitdem er tot ist

Den Zeitungsbericht

über Ohlsdorfs großen Dichter

hat der Onkel über sein Bett gehangen

Ohlsdorfs großer Dichter

dass ich nicht lache

Im ganzen Jahr

hat er höchstens einen Monat

hier verbracht


ALOIS:

Ja ja

er hat's halt nirgendwo

lang ausgehalten

aushalten können

Immer hat ihm was gefehlt

In Madrid

dem Hinteregger seine Nudelsuppe

Und hier bei uns

sein spanischer Kaffee


Die Bedienung gibt ihm das Bier.


ANNA(leise) :

Verändert

hat den Onkel das Fernsehen

Das Fernsehen

ist an allem schuld

Kurz nach seinem Tod

haben sie im Fernsehen

ein Theaterstück von ihm gebracht

und mein Onkel hat's gesehen

Ich habe mich noch gewundert

da er sonst doch nie fernsieht

Ganz allein

ist der Onkel im Saal gesessen

regelrecht gespenstisch

ist das gewesen

Mit ganz großen Augen

hat der Onkel unentwegt auf den Fernseher gestarrt

und dabei immer wieder

mein Gasthof

das ist mein Gasthof geschrieen

Ich bin zu ihm hin

und hab' ihn beruhigen wollen

Aber es ist nur schlimmer geworden

Schau Anna

schau hin

Da mein Gasthof

mein Saal

Schau Anna

das bin ich

das bin ich

Das soll ich sein

Danach

habe ich ihn zwei Tage lang

nicht gesehen

Einfach verschwunden war der Onkel

und danach wie ausgewechselt

Kurze Zeit später

sind die Lastautos gekommen

Und jetzt

steht der ganze Schuppen voller Tische

und die Kammer quillt vor Mäntel über

Erst gestern

hat der Onkel eine Kupferplatte

in Auftrag gegeben

mit irgendeiner Inschrift

die will er draußen an der Tür anbringen

Aber das Schönste

kommt erst noch


Sie schaut sich ängstlich um.


Heute Morgen

musste ich für ihn

einen Eilbrief aufgeben

an den Landeshauptmann adressiert

Der Onkel verlangt eine Umbenennung unseres Ortes

Aus Ohlsdorf

will der Onkel Utzbach

oder Butzbach machen

Möchte nur wissen

wer ihm solche Ideen

in den Kopf setzt?

Alois

ich hab' Angst um ihn

Eines Tages

werden sie ihn abholen

und dann steh' ich da

ganz allein


ALOIS:

Hast du denn den Brief aufgegeben?


ANNA:

Wo denkst du hin

Verbrannt habe ich ihn

Aber wenn er keine Antwort bekommt

wer weiß

wem er dann schreibt

vielleicht dem Bundespräsidenten


ALOIS:

Übernehmen wird er sich

der Hinteregger

dein lieber Onkel

Übernehmen

das sage ich dir

Die ganze Geldschacherei

da liegt kein Segen drauf


Aus der Küche


WIRT:

Anna

wo bleibst du denn so lange?


ANNA:

Ich komm ja schon

ich komm ja schon


Die Bedienung geht in die Küche.


ALOIS:

Mir scheint

jetzt sind sie alle verrückt geworden

Der Bürgermeister

will ein Denkmal errichten

und der Hinteregger

gar den Ort umbenennen

Man sollte den Vierkanthof einreißen

dann wär’ endlich eine Ruh'

So ähnlich muss es zugegangen sein

als man in Alaska

Gold gefunden hat

Da sind auch alle verrückt geworden


Der WIRT kommt aus der Küche.


WIRT:

Was ich dich noch fragen wollte

Ich habe gehört

du hast einen Schlüssel vom Vierkanthof


ALOIS:

Aber freilich

wo ich doch noch den Garten mache

eine Vertrauensperson bin ich

das hat auch der Bruder erkannt

Einmal die Woche

lüfte ich kurz durch

und schicke dem Bruder

die Post nach Wien

Obwohl er schon ein Jahr tot ist

der Briefkasten ist jeden Tag voll


WIRT:

Nun

ich hätte da vielleicht

ein Geschäft für dich


ALOIS:

Eine Führung durch das Dorf?


WIRT:

Ja

ja

eine Führung

ist sicherlich auch drin

Weißt du

ich bekomme heute

hohe Gäste aus der Stadt

richtige Berühmtheiten

Würdenträger

ein Berater des Papstes

und ein ehemaliger Ministerpräsident aus Deutschland

sind darunter

Und da habe ich mir gedacht

ALOIS(unterbricht):

Nein nein

Das schlag' dir aus dem Kopf

Ich führ' niemanden mehr in den Innenhof

Beim letzten Mal

haben sie einfach Blumen gepflückt

und ich habe den Ärger gehabt


WIRT:

Aber Alois

mein lieber Alois

wer redet denn vom Innenhof

ich dachte

eher an eine Führung

an eine Hausführung


ALOIS:

Durchs Haus soll ich sie führen?

durchs Haus

Ja bist du denn wahnsinnig geworden?

Das kommt überhaupt nicht in Frage

Eine Vertrauensperson

hat der Bruder mir geschrieben

Eine Vertrauensperson

verstehst du?

Glaubst du

ich setz' meine Stellung aufs Spiel?

Nein

das schlag' dir aus dem Kopf


Der WIRT holt eine Flasche und setzt sich zu ihm.

Er schüttet ALOIS einen Schnaps ein.


WIRT:

Die ganze Flasche kannst du haben

mein bester Obstler


ALOIS(leckt sich die Lippen):

Nein


WIRT:

Wo du doch fast zur Familie gehörst


ALOIS:

Nein


WIRT:

Wo du doch bald zur Familie gehören wirst


ALOIS:

Jetzt auf einmal

Erst jagst du mich zum Teufel

weil ich mit der Anna

auf Kirchweih getanzt habe

und jetzt


WIRT(unterbricht):

Alois

mein lieber Alois

ein Missverständnis

alles nur

ein dummes Missverständnis


ALOIS:

Ach Unsinn

Wer hat mir denn vorgeworfen

dass ich kein Geld habe?

Du hast mich doch

als Erbschleicher beschimpft

und mich vor all' deinen Gästen

aus dem Haus geworfen

Glaubst wohl

ich hätte das vergessen


Er versucht aufzustehen, der WIRT hält ihn zurück.


WIRT:

Musst mich verstehen

Alois

Die Anna

ist so etwas wie eine Tochter für mich

bin halt eifersüchtig gewesen

damals

Sie ist nun mal

mein ein und alles


ALOIS:

Und darum kann sie wohl auch ackern

bis sie umfällt


WIRT:

Es ist schwer

eine gute Bedienung zu finden

Und wo sie doch mal

alles erben wird

Warum mach ich denn das alles?

Damit sie es einmal besser hat

damit ihr es einmal besser habt


ALOIS:

Du bist und bleibst ein Gauner

Hinteregger

Ich hätte es wissen müssen

nicht umsonst hast du mich eingeladen


Und deine Nichte

willst du auch verschachern

Pfui Teufel

Hinteregger


Er steht auf.


Pfui Teufel

Die treue Seele Alois

hat er gesagt

Eine Vertrauensperson

hat sein Bruder geschrieben

Den einzigen Freund

den ich habe

hat er gesagt

und daran halt' ich mich

Hinteregger

Damit du es weißt

Mit Geld

kannst du mir nicht kommen

Servus Hinteregger


Er verlässt die Gaststube.


WIRT:

Na warte

Bürschchen

dich krieg' ich auch noch

wäre doch gelacht


Er steht auf und geht in die Küche.


Aus der Küche


Anna Anna

komm her

ich muss mit dir reden

 Taschenbuch 170 Seiten

 ISBN-10: 1495464016
 ISBN-13: 978-1495464010

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 e-book:    
 ASIN: B0057Q1QIW          

 4,11 €http://amazon.de/OHLSDORF-TOTENTANZ-Wiener-St%C3%BCcke-Johannes-ebook/dp/B0057Q1QIW/ref=la_B0053D9GKE_1_11?s=books&ie=UTF8&qid=1395778318&sr=1-11
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